Narrenball

Ein Cthulhu-Abenteuer in den 1920ern. Das amerikanische Original nennt sich Tatterdemalion. Die deutsche Version ist aus dem Jahr 1992; die hier gespielte 2. Auflage aus dem Jahr 1995.


Narrenball lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen. Ein grandioser Anfang mit stimmungsvollem Maskenball samt Versteckspiel. Die Geschichte kommt langsam in Fahrt, die Charaktere können sich angenehm in die Handlung einfügen. Dann folgt mit einem Paukenschlag klassicher Horror und die Abenteurer sind mit einem Mal vor ganz neue Herausforderungen gestellt.


Im Mittelteil ist mal wieder nicht viel zu gewinnen. Die Charaktere müssen einer Handlungs-Schienenbahn folgen und dabei nicht wahnsinnig oder getötet werden. Dabei ist der Schauplatz wirklich toll, leider bietet der Abenteuertext hier so gut wie nichts.


Haben die Charaktere den Mittelteil irgendwie gemeistert geht es auch schon zügig zum fulminanten Ende der Geschichte. Hier wird man wieder für den reichlich mäßigen Mittelteil belohnt und kann die Abenteurer vor eine schöne Rollenspiel-Herausforderung stellen.


Narrenball wäre ein erstklassiges Abenteuer, wenn da nicht der mittlere Part wäre. Entweder steckt man als Spielleiter dort mehr Zeit hinein (Stichwort Carcosa) oder man kürzt hier gnadenlos ab, um Langeweile vorzubeugen. Insgesamt dennoch ein sehr spielenswertes Abenteuer.