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Tempus Fugit #1

  • Case
  • 10. März 2015 um 20:07
  • 967 Mal gelesen

Mit dem Abschluss von Disharmonie endet zunächst einmal die lose Kampagne nach RoC-Regelwerk und das nachfolgende Abenteuer läutet den Beginn der Cthulhu 7E Regeln ein. Bevor sich Chaotisch Neutral mit der frisch erworbenen Kampagne Die Bestie beschäftigt, wollen zunächst noch die Geheimnisse der vergehenden bzw. vergangenen Zeit in Tempus Fugit gelöst werden. Hierzu liegt das Tagebuch von Dr. Emilie Schlüter vor, deren Beschreibung der erlebten Geschehnisse im folgenden abgedruckt sind.

Liebes Tagebuch,

zuerst, verzeih die Blutflecken, es fängt einfach immer wieder an und eigentlich hört es auch nicht auf. Ich muss dir jetzt trotzdem von der sonderbarsten Begebenheit erzählen, die wohl je jemandem zugestoßen ist. Sie passierte mir (Emilie), dem gealterten Archäologen Prof. Dr. Alfons Krampe, der gut aussehenden Journalistin Hedwig Detleffsen und dem ehrbaren Adelsspross Robert von Gatwitz. Personen, die mir bis dato völlig unbekannt waren.

Mitten auf einer Lichtung mit einem seltsamen geborstenen Gegenstand aus schwarzem Metall kommen wir zu uns. Es ist Nacht. Dem Anschein nach gab es einen Kampf. Wir erinnern uns an nichts! Wir haben alle in unterschiedlichen Jahren unser Gedächtnis verloren, bis wir hier im Wald erwachten.

Die Inspektionen unserer Koffer und unseres Äußeren ergibt die verstörende Bilanz, dass wir alle während unseres jahrelangen Gedächtnisverlustes völlig konträr zu unserem vorigen Leben gelebt haben. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, liebstes Tagebuch, aber ich habe schreckliche Dinge getan - mich abends in Lokalen vergnügt und ungesunde Substanzen konsumiert! Was ist bloß mit uns geschehen?! Meine Hände...

Aber weiter in der Geschichte:

Wir tragen alle unsere Reisepässe bei uns und hatten die letzten Jahre offenbar die gleichen Reiseziele wie beispielsweise Kairo, Bangladesch, London und Athen. Außerdem eint uns der Besitz je eines Wachssiegel mit dem Bild eines kegelförmigen Wesens mit vier tentakelartigen Auswüchsen. "Tempus fugit" - die Zeit vergeht - steht noch darauf. Hedwig hat außerdem ein seltsam graviertes Bronzerelief in ihrem Koffer. Einem wird ganz schwindelig, wenn man versucht, etwas davon zu entziffern.

Bei der Inspektion unserer Habseligkeiten bemerken wir plötzlich Licht. Uns nähert sich ein schleimiges Wesen, das ein mehrere Meter breites Glimmen ausstrahlt. Im Kegel des Lichts sterben die Bäume ab und das Gras verdorrt.

Da wir nicht annehmen, das uns ein glücklicheres Schicksal im Licht blühen würde, flüchten wir. Zwei Autos stehen auf der Lichtung, das eine ist voller Rostflecken, in dem anderen brausen wir davon.

Wir brausen, bis plötzlich ein Mädchen auf der Straße erscheint. Robert kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen, so dass wir das Kind anfahren. Als ich aus dem Auto stürze und Erste Hilfe leisten will, greift mich der Satansbraten trotz eines gebrochenen Arms mit einem Küchenmesser an, und zwei kleine Gestalten beschießen uns. Wir flüchten erneut.

Sind alle verrückt geworden? Oh, dieses Blut. Meine Hände schmerzen.

Einige Kilometer weiter erreichen wir schließlich das Dörfchen Pretnow, wo uns der Gastwirt der kleinen Pension und seine Tochter Lore namentlich begrüßen. Offenbar haben wir hier regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr übernachtet. Der Wirt richtet uns noch aus, dass Pastor Appeldern uns sprechen möchte. Dann gehen wir endlich schlafen.

Am nächsten Morgen berichtet Alfons von seinem Traum, er sei ein kegelförmiges Wesen mit Auswüchsen... Er ist halt nicht mehr der Jüngste. Die Ereignisse müssen ihm ganz schön zugesetzt haben!

Wir erkundigen uns nach seltsamen Begebenheiten in der Gegend. In den Zeitungen finden sich Artikel zu Tankerunglücken; zwei Tanker voll mit Öl, Benzin und Kohle seien in seltsames Licht geraten, haben löchrige Tanks bekommen und daraufhin gesunken. Außerdem ist ein LKW voll mit Benzin explodiert. Eine Jugendgruppe ist vor zwei Tagen verschwunden; die Erzieher tot, die acht Kinder verschollen.

Beim Einkauf im Kolonialwarenladen werden wir von drei Männern begrüßt, die mehrere Kanister mit Benzin kaufen. Der Älteste, ein Herr Waldheim, will von uns offenbar eine Losung hören zu "Der Mensch baut Schlösser..." Ob wir auch zur Ausgrabung 3 km von hier entfernt kommen wollen. Er kennt unsere Namen. Warum fragt er dann nach einer Losung? Wozu dient der ganze Treibstoff?

Wir suchen Pfarrer Appeldern auf. Die Kirche ist seltsamerweise verschlossen, an einem Sonntagvormittag. Wir finden Lehmspuren eines Kindes vor dem Pfarrhaus, schleichen hinein und entdecken die Leiche des Pastors, von Messerstichen übersät. Nirgendwo sind christliche Symbole zu sehen, stattdessen finden wir auch beim Pastor ein Wachssiegel "Fraternitas temporum fluentium" (Die Bruderschaft der fließenden Zeit) und eine Bernsteinfigur eines kegelförmigen Wesens.

Die Durchsicht der Unterlagen des Pastors ergibt, dass er Geld der Kirche veruntreut und große Mengen Öl und Benzin gekauft hat. Ein Brief, den der Pastor Waldheim mitgeben wollte: Ein Zeppelinabsturz wird geplant. Eine Hildegard Charlotte Freifrau von Mondsee soll am 16.02. um 17.30 Uhr in Pretnow eintreffen.

Dann entdecken wir das seltsame Buch "Eltdown Charts", Alfons liest uns daraus vor. Die uralte, kegelförmige Rasse Yith aus dem Weltall könne Menschen per Bewusstseinstransfer übernehmen und die Zeit kontrollieren...

Bis auf Robert erleiden wir darauf alle einem psychotischen Anfall. Glücklicherweise kann er uns wieder beruhigen und wir setzen unsere Recherche fort, im Glauben, es könne nicht schlimmer kommen.

Dann liest uns Alfons aus der "Canopis Episcopi" vor; das bleiche Licht sei Täuschung, Tageslicht besiegt "ihn". Wieder erleiden wir drei einen Anfall, schlimmer als der Erste. Meine Hände bluten. Schmerz.

Mit dem Schlüsselbund des Pastors erkunden Alfons, Hedwig und Robert die Kirche. Ich gehe stattdessen ins Gasthaus. Ich brauche dringend Ruhe. Ich kann auch nicht mehr lange schreiben.

Sie haben dort wohl drei Sarkophage von Appeldern mit seltsamen Grabbeigaben wie Telefonen und Taschenlampen gefunden, außerdem einen seltsamer Schrank mit Röhren und Kabeln. In einem Labor lag die Leiche eines Jugendlichen grauenvoll auf einem Seziertisch. Hedwig und Alfons hatten daraufhin wieder einen Anfall. So genau weiß ich das jetzt nicht. Alfons hat dann alles mitgenommen, was er tragen kann, auch etwas Leuchtendes. Muss jetzt waschen. Gute Nacht, liebes Tagebuch.

-- Pea

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