Die Bestie III: Technischer Terror

Die Gruppe hat quasi noch den Sand von Pearl Beach unter den Füßen, als sich bereits die Ereignisse überschlagen und man zu einer unerwarteten Sightseeing-Tour aufbricht – fulminantes Ende inklusive.

San Francisco, Juli 1929

  • Fanny Fowler
  • Henry Harris
  • Vitus Hartmann
  • Rose Morgan

Zauber und Ritual-Inventur

Wir setzen uns nochmal zusammen, um die zukünftigen Ziele zu definieren. Am dringlichsten gilt es, die weltweite Beschwörung der Dhole zu verhindern. Wir sichten alle Zauber und Rituale, die wir in den vergangenen Jahren zusammengetragen haben,

  • Lied des Wolfes:
    • Hilft gegen Shans (große, insektenartige Wesen)
  • Ruf/Vertreibung „Schwarzer Tod“
    • dient zur Anrufung bzw. Vertreibung des Großen Alten Nyogtha
  • Ruf „Wesen von den Sternen“
    • Beschwörung eines Sternenvampirs (Reittier), es müssen bestimmte Worte rezitiert/abgelesen werden
    • Voraussetzung: Nacht, wolkenloser Himmel
    • Rasseln kündigt Erfolg an
    • nur sichtbar, wenn er sich nährt (Opfer bereithalten, evtl. auch Tier möglich?)
  • Barriere von Naach Tith
    • physischer und magischer Schutz
    • muss von so vielen Teilnehmern wie möglich erschaffen werden
    • hält für einige Stunden
    • Durchmesser ca. 100m
    • kann um die Gruppe herum oder auch davor gewirkt werden (zum Schutz der Gruppe oder zum Einschließen einer mächtigen Wesenheit)
    • kann nur gesprengt werden, wenn das entsprechende Wesen insgesamt über mehr Magiepunkte verfügt
  • Ruf/Vertreibung „Dinge von den Sternen“
    • Dhole
    • je mehr Teilnehmer, desto besser
  • Ruf/Vertreibung „Bestie“
    • Übersetzung der Hieroglyphen aus der Bibliothek von Celano
    • Ruf geht schnell: Einsatz von Magiepunkten, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit funktioniert das Ritual und die Bestie erscheint
    • Bestie braucht einen großen „Körper“, in den sie übergehen kann
      -> Sphinx in Ägypten wäre passend! Lang Fu reiste nach Gizeh!
    • Vertreibung dauert länger

Potentielle Verbündete

Insbesondere die Rituale Barriere von Naach Tith und Vertreibung der Bestie werden sehr viel geistige Macht fordern. Wir überlegen, wer uns dabei helfen könnte:

  • Hypatia aus der Bibliothek von Celano
  • Konstantin Covefe, unser Kontakt zu den Wahren Schwertern
  • Ibn ben Salar, verfügt über einen Mnar-Stein, vollzog die Zeitreise ins 12. Jahrhundert
  • Sinan, half uns bei der Wiedererlangung unserer Organe in Ägypten, Mitglied der Wahren Schwerter
  • Ali Khafour, Professor in Alexandria, half uns mit Informationen

Wenn die Bestie tatsächlich in Gizeh beschworen werden soll, müsste man überlegen, bereits alle Verbündeten dort anreisen zu lassen. Die Barriere könnte die Bestie einschließen, bis wir das Vertreibungsritual gewirkt hätten. Alternativ könnten wir die Barriere um uns herum wirken, um vor der Bestie und ihren weltlichen Schergen geschützt zu sein. Feuerwaffen werden die Kuppel allerdings vermutlich durchdringen können und Lang Fu und Baron Hauptmann werden uns kaum einfach gewähren lassen.

Angriff auf Henry

In der Nacht werde ich plötzlich durch heftiges Klopfen an meine Zimmertür geweckt. Als ich öffne, steht Henry im Pyjama vor mir, völlig aufgelöst. Er bedeutet mir, ihm zu seinem Zimmer zu folgen und berichtet von einer Attacke.

Er sei durch ein platschendes Geräusch aus dem Schlaf gerissen worden und geistesgegenwärtig aus dem Zimmer geflohen. Neben ihm wäre am Türrahmen etwas Weiches, Schleimiges abgeprallt. Auf dem Gang hörte er ein weiteres Klatschen hinter sich, aber auch diesmal verfehlte es ihn. Zwei sonderbare Lichtblitze waren den beiden Attacken vorangegangen, aber was auch immer ihn angegriffen hatte, es war ihm dann nicht weiter gefolgt.

Auf dem Boden im Flur finden wir dunkelbraune Flecken von einer eingetrockneten Substanz. Sie riecht sehr streng, aber wir können den Geruch nicht eindeutig bestimmen. In Henrys Zimmer finden sich auch auf dem Boden und an der Decke starke Rückstände. Das Wesen scheint einfach mitten in seinem Zimmer materialisiert zu sein, wir fragen uns, ob Lang Fu dahintersteckt?

Nur ein Blitz?

Am nächsten Morgen stoßen wir bei der Zeitungslektüre auf einen interessanten Artikel, der von einem sonderbaren meteorologischen Phänomen berichtet. Ein Augenzeuge berichtet, dass es nachts zu zwei ungewöhnlich starken Blitzen gekommen sei, welche sich horizontal bewegt und ihren Ursprung vermutlich in dem einige Kilometer entfernten Oakland hätten.

Eine Anzeige in derselben Zeitung weist auf eine Forschungseinrichtung der NWI in Oakland hin, welche für Besucher offensteht. Ein Zufall ist das vermutlich nicht, somit steht der Plan für heute fest: Wir werden dieser Einrichtung einen Besuch abstatten um herauszufinden, ob von dort ein gezielter Angriff auf uns stattgefunden hat.

Forschungseinrichtung in Oakland

Wir erreichen die genannte Adresse gegen Mittag und schließen uns einer Besuchergruppe an. Uns fallen die vielen, weiß gekleideten jungen Menschen auf, die sich um die Gäste kümmern und durchaus auch zur Rhon-Paku-Sekte passen würden. Unser Führer heißt Brad Thompson, er legt uns allen vor Beginn des Rundgangs massive Armbänder um, die wir selbst nicht ohne weiteres mehr abstreifen können. Auf diese Weise könne man feststellen, wer sich wo aufhielte bzw. ob jemand fehlen würde. Dies bedeute eine enorme Erleichterung für das Sicherheits-Team, erklärt er uns.

Wir folgen Brad in ein Gebäude und lassen uns von ihm die darin einsehbaren Labore und Arbeitsräume erläutern. Die NWI erforscht hier unter anderem den Einsatz von hydroponen Pflanzen, die auch in Gegenden gedeihen, in denen die Erde nährstoffarm und trocken ist. In einem Windkanal werden Formen für künftige Fluggeräte getestet.

Auch wenn diese Themen recht interessant sind, konzentrieren wir uns doch mehr darauf, eine Möglichkeit zur Erkundung der nicht öffentlichen Bereiche zu finden. Wir haben schließlich Glück, als zwei Mitarbeiter aus einer Tür kommen, auf der „Durchgang nur für Betriebsangehörige“ steht. Bevor sie ins Schloss fällt, schleichen wir hindurch und finden uns in einem zum Hauptgang parallel verlaufenden Gang wieder. Hier beschaffen wir uns in der Umkleide weiße Arbeitsanzüge, um nicht aufzufallen.

Technische Experimente

Nachdem wir die Cafeteria und die Lagerräume durchsucht haben, ohne auf etwas Hilfreiches zu stoßen (abgesehen von einem Schraubenzieher und einem Brecheisen), kehren wir nochmal zum Anfangsbereich zurück. Hier gibt es eine weitere, abgeschlossene Tür, die Fanny geschickt aufhebelt. Uns bleibt nur wenig Zeit, bis die Arbeiter ihre Mittagspause beenden und hierher zurückkehren werden.

Wie vermutet finden im abgeschlossenen Bereich die wirklich interessanten Experimente statt. Eine Art Roboter mit Greifarmen, der auf einer Raupe montiert wurde und damit wohl mobil ist, steht im ersten kleinen Raum. Aus seiner „Brust“ ragt ein kegelförmiges Gebilde, welches mit weißen Kristallen durchsetzt ist. Er scheint hier gerade repariert zu werden.

Werkstatt mit Blitzapparatur

In einer weiteren Werkstatt finden wir Ansammlungen von mysteriösen Formeln, die mit mehr als drei Ebenen zu arbeiten scheinen, sowie Schaltpläne und Aufzeichnungen, die zu unserer Verwunderung auf Deutsch verfasst wurden. Auch hier steht eine Art Apparatur, welche aber komplett auseinandergebaut wurde. In den Aufzeichnungen finden wir unsere Hoteladresse. Daraus kann man schließen, dass dieses Gerät die beiden Blitze verursacht und Henry angegriffen hat.

Büro Dr. Dieter

In einem Büro, das wohl dem Einrichtungsleiter Dr. Dieter gehört, finden wir weitere Unterlagen, unter anderem zum Räucherwerk „Blue John“ auf Deutsch sowie zwei Briefe.

Brief von Lang Fu an Dr. Dieter

Einer ist von Lang Fu an Dr. Dieter gerichtet, in dem er ihn warnt, dass ein paar Leute Nachforschungen angestellt hätten und beseitigt werden müssten. Er nennt unsere Adresse und das Hotelzimmer von Henry und verlangt „die Kreatur loszulassen“. Er selbst werde sich für den Tag der Bestie nach Gizeh begeben.

Brief von Dr. Dieter an Edward Chandler

Der Brief von Dr. Dieter ist an Edward Chandler adressiert, er gibt Chandler an Ratschläge zu politischer Agitation. Er schreibt davon, dass in China weiteres Blutvergießen zu politischen Wirren führen wird, was er als durchaus positiv bewertet. In Indien soll der Widerstand gegen die Kolonialherrschaft der Briten unterstützt werden, wobei es ihm dabei wohl weniger um die Befreiung Indiens geht, als vielmehr – wie im Falle Chinas – um eine Destabilisierung der gesamten Region. Am Schluss hebt er die weltanschauliche Nähe der „Bruderschaft“ (der Haut?) zu den Nationalsozialisten in Deutschland hervor („vererbliche rassische Überlegenheit“) und rät, diese Organisation und ihren „Führer“ auch weiterhin zu fördern.

Forschungen mit Implantaten

Des Weiteren finden wir Aufzeichnungen zu elektrischen Hirnimplantaten, die zunächst an Tieren, später dann aber auch an Menschen ausprobiert wurden, und organische Veränderungen bewirken sollen. Die so manipulierten Menschen werden „Söhne des Schreckens“ genannt. Wir erinnern uns an Dr. Lewis, der in London bei den Tooting Sons of Terror ebenfalls mit Menschen experimentiert hatte. Auf der ganzen Welt sollen entsprechende Gruppierungen infiltriert und ihre Mitglieder der Operation unterzogen werden. Als Sicherung wird den Testpersonen ein Sprengsatz eingesetzt, der bei Bedarf gezündet werden kann. Ich erinnere mich, dass Martha ein wenig schockiert war, weil einem der Anarchisten plötzlich der Kopf explodiert war. Der Sender zur Aktivierung ist mittlerweile sehr präzise, erfordert aber einen Maximalabstand von 50m. Wir finden entsprechende Schaltpläne für die Konstruktion des Senders.

Der OP-Saal

Hinter dem Büro liegt ein großer OP-Saal. Dort stehen viele, mit Tüchern abgedeckte Kästen, aus denen ein Scharren dringt. Ich untersuche den Inhalt und stoße auf Kreaturen, die wohl mal Ratten waren und nun auf groteske Art mutiert zu sein scheinen. Zu viele Beine, Augen, Wunden, bisher scheint die Implantatforschung in diesem Bereich noch nicht sonderlich erfolgreich zu sein. Alle Tiere haben am Kopf eine deutliche Narbe.

In einem Aktenschrank liegen Fotos, die nicht nur die Experimente an den Tieren zeigen, sondern auch solche an Menschen, wobei die Ergebnisse noch furchtbarer ausfallen als bei den Ratten.

Da die Zeit drängt, packen wir alle Dokumente ein, die wir unauffällig tragen können, und begeben uns zurück zum öffentlichen Bereich. Als wir gerade durch die Flügeltür treten wollen, kommen uns zwei Männer entgegen. Der Ältere (um die 60 Jahre) sieht die aufgebrochene Tür hinter uns und fragt auf Deutsch, was passiert sei. Ich antworte ihm ebenfalls auf Deutsch und melde einen Einbruch. Zu unserem Glück ist der Mann, bei dem es sich mutmaßlich um Dr. Dieter handelt, so aufgebracht, dass er uns nicht sofort festnehmen lässt. Auch Fanny versucht, das Misstrauen des Leiters abzulenken.

Philipp Jürgens

Sein Begleiter, ein Mann Mitte 40, kommt uns unerwartet zur Hilfe. Er fragt uns eindringlich, ob wir die neuen Mitarbeiter seien und lotst uns dann unter einem Vorwand zurück in den öffentlichen Bereich. Auf dem Weg dorthin lässt er uns die Arbeitskleidung ausziehen und führt uns unbehelligt aus dem Gebäude. Wir sind sehr überrascht, hier einen potentiellen Verbündeten gefunden zu haben und fragen ihn nach seiner Motivation. Er möchte mit uns über die Forschungen in dieser Einrichtung sprechen und so verabreden wir noch für denselben Tag ein Treffen mit ihm.

Um 20 Uhr treffen wir ihn in einem kleinen Restaurant. Mr. Jürgens stellt sich als Mitarbeiter des Bureau of Investigation vor. Er habe sich als Assistent von Dr. Dieter in die Einrichtung eingeschlichen, um Hinweisen zu Steuerhinterziehung nachzugehen. Bei seiner Arbeit sei er aber auf viel Schwerwiegenderes gestoßen und suche nun jemanden, der seine Ermittlungsergebnisse seinem Kontakt bei der Bundesbehörde übermitteln könnte. Zu diesem Zwecke habe er eine Aktentasche neben dem Tisch abgestellt, welche wir bei unserem Aufbruch mitnehmen und dann an einen Herrn Albertson weitergeben sollen. Damit er uns vertraut, sollen wir ihm „Jürgens, Lake Michigan“ sagen.

Was Jürgens herausgefunden hat, deckt sich mit unseren Ermittlungen. Die NWI plant einen großangelegten Terrorangriff am so genannten „Tag der Bestie“, an welchem zeitgleich weltweit Aufstände und Anschläge durchgeführt werden sollen.

Er kann uns auch noch etwas zu dem fehlgegangen Anschlagsversuch auf Henry berichten. Die Apparatur, die wir in der Einrichtung gesehen haben, nennt sich „Ebenenspalter“ und hatte zu unserem Glück wohl eine Fehlfunktion, die nun behoben werden soll. Es ist wieder Zeit für einen Hotelwechsel.

Jürgens will noch einmal zurück zu Dr. Leiter und sich dann morgen Abend bei uns melden. So trennen wir uns und nehmen die Aktentasche mit den Beweisen mit.

Auswertung

Neben vielen Aufzeichnungen zu den Finanzen der Forschungseinrichtungen finden wir noch eine List mit ca. 30 Personen, die wohl ein Implantat erhalten haben oder sollen.

Bei unseren Recherchen zu Dr. Dieter stoßen wir auf Hinweise zu einem Dr. Dieter Heinmann, der 1920 wegen illegaler Experimente an Menschen zum Tode verurteilt worden ist. Im selben Jahr gelang diesem Dr. Heinmann allerdings die Flucht und seine Spur verlor sich. Wir vermuten, dass es sich um Dr. Dieter handelt.

Anruf von Philipp Jürgens

Am Abend ruft uns dann Jürgens wie abgesprochen zurück. Er spricht mit Henry, der die Sprache von Jürgens allerdings äußerst auffällig findet, schleppend und wie fremdgesteuert. Jürgens will uns zudem nachts noch einmal bei der Forschungseinrichtung treffen, was uns sehr unwahrscheinlich vorkommt. Wir spekulieren, dass unser Informant Opfer von Dr. Dieter geworden ist und bereits ein Implantat trägt. Nach hitziger Diskussion entscheiden wir uns, kein Risiko einzugehen und zur Verabredung nicht zu erscheinen.

Am nächsten Morgen lesen wir von einer großen Explosion, die in der Nacht das Gebäude der NWI in Oakland zerstört hat. Wir überlegen, ob dies ein geplanter Unfall war, um belastende Beweise zu vernichten. Wenn Jürgens aufgeflogen ist, wäre dies eine logische Vorsichtsmaßnahme. Die Gedanken daran, ob wir das vielleicht hätten verhindern können und was mit Jürgens passiert ist, beschäftigen uns allerdings nur kurz. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Planung zur Verhinderung des Erweckungsrituals in Gizeh. Wer kann und muss wann wo sein, wie können wir unsere Verbündeten organisieren?

Schreibe einen Kommentar