Die Bestie III: Blumenkinder des Todes 1

Der dritte Band der Bestie liegt vor den Spielern. Nachdem das Geschehen zunächst in Ägypten zu einem kurzfristigen Erliegen kommt, dauert es nicht lange und die Reise geht an anderer Stelle weiter.

Boston, Juni 1929

  • Fanny Fowler
  • Henry Harris
  • Vitus Hartmann
  • Rose Morgan

Die Gruppe zerstreut sich

Nachdem Martha, Philip, Despina und Angus das Grabmal von Nofru-Ka gefunden hatten, trennen sich ihre Wege wieder. Philip und Angus bleiben in Alexandria, Philip kuriert seine Verletzungen aus und gibt sich dem süßen Nichtstun hin (auch wenn er das sicher anders ausdrücken würde), Angus schreibt sich an der Universität ein und setzt sein Studium fort. Despina kehrt mit ihrem neuen Butler Simon nach Hamburg zurück mit der festen Absicht, das offensichtliche Alkoholproblem ihres Angestellten in den Griff zu bekommen. Martha begibt sich an die Miskatonic University, um Prof. Galloway („diesem unfähigen Schmock“) nicht den Ruhm für die erfolgreiche Ausgrabung zu überlassen.

Martha und ich sind uns sicher, dass die Geschichte noch lange nicht beendet ist, haben aber auch keine konkrete Idee, wo man nun weiterforschen solle. So beschließen wir, weiterhin wachsam zu sein und informieren auch Jeevan, der des Ausharrens in London mittlerweile überdrüssig geworden und nach Bombay zurückgekehrt ist.

Wir müssen nicht lange warten.

Post von Paul LeMond

Am 18. Juli erhalte ich ein Telegramm von Henry Harris, der vom Medium Paul LeMond kontaktiert worden ist. Wie es scheint, hat Paul einen weiteren Traum gehabt, der vor einer kommenden Bedrohung warnte:

„Die Erde sie lebt…
Sie bewegt sich…
Berge des Mondes…
Das Beben der Erde…
Das Kommen der Bestie…“

Neben diesen mysteriösen Zeilen hat Paul noch das Wort „Peru“, welches aber durchgestrichen ist, sowie den Hinweis „San Francisco, Abercrombie“ und ein sonderbares Schriftzeichen notiert. Martha, die die Nachricht ebenfalls erhalten hat, teilt mir mit, dass es sich dabei wohl um ein asiatisches Zeichen handeln könnte, das sicher mehr als 1.000 Jahre alt sei. Die Bedeutung kennt sie allerdings nicht.

Henry, der die Nachricht weitergeleitet hat, bittet uns, nach Boston zu kommen, wo wir uns am 20. Juli einfinden. Neben Henry treffe ich auf Rose und Fanny. Während Henry ganz offensichtlich große Begeisterung über das Erscheinen von Miss Fowler empfindet, freut es mich, Rose wiederzusehen, deren ebenso gebildeten wie resoluter Charakter mir in guter Erinnerung geblieben ist.

Lang Fu

Wir verbringen den nächsten Tag damit, Erkundigungen über die Worte aus Pauls Nachricht einzuziehen. Das asiatische Schriftzeichen, deren Bedeutung wir leider nicht ermitteln können, bringt uns wieder auf die Spur von Lang Fu. Martha hatte mir von ihrer Vision berichtet, in der der mysteriöse Berater von Baron Hauptmann eine wichtige Rolle gespielt hatte. In der Stadtbibliothek finden sich Informationen zu einem gleichnamigen chinesischen Provinzfürsten, der im 12. Jahrhundert lebte und als „böser Zauberer“ bezeichnet wurde. Zeitlich passt das mit Marthas Vision zusammen. Diesem Lang Fu wurde nachgesagt, dass er mit Geschöpfen aus dem Meer Zwiesprache gehalten habe. 1264 war Lang Fu vom Mongolenherrscher Kublai Khan gestürzt worden.

An anderer Stelle wird gesagt, dass er ein Mitglied der „Verbindung von Himmel und Erde“ gewesen sei, einer mystischen Geheimgesellschaft, aus der später das Verbrechersyndikat der Triaden hervorging.

Erdbeben in Peru

In den Tageszeitungen finden wir Berichte über ein Erdbeben in Peru, welches sich in der Nähe der Hauptstadt Lima ereignet hat. Eine Mine der New World Inc. ist davon betroffen, aber laut des dortigen Leiters Jonathan Harris hat es keine schweren Schäden gegeben.

Wir ziehen daraus den Rückschluss, dass Paul Peru aus diesem Grunde durchgestrichen und den Ort des nächsten Erdbebens vorausgesagt hat: San Francisco.

Damit ist das Ziel unserer Reise festgelegt und wir erreichen die Westküste am 27. Juli. Im Hotel können wir herausfinden, dass „Abercrombie“ der Name eines Lagerhauses am Pier 14 ist. Vermutlich hat die NWI in ihrer Mine in Peru etwas ausgegraben, was sie nun per Schiff nach San Francisco geschickt und in dem besagten Lagerhaus untergebracht hat. Wir fahren zum Hafen und beobachten das Gebäude eine Weile, bis Henry schließlich kurzerhand den Lagerverwalter besticht, der uns wichtige Informationen zukommen lässt.

Das Lagerhaus

Es sei hier immer mal wieder etwas aus Peru zwischengelagert worden, kleine Metallfässer, die nach einiger Zeit von Asiaten abgeholten worden seien. Wer diese Personen sind oder für wen genau sie arbeiten, kann er uns aber nicht sagen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als das Haus zu beschatten. Henry mietet für diesen Zweck ein Taxi und so warten wir den Tag über, leider erfolglos. Gegen Abend entscheiden wir uns zu einem Besuch des NWI-Sitzes, welcher sich Downtown befindet. In einem gigantischen Wolkenkratzer nehmen die Büros der NWI die obersten fünf Stockwerke ein.

Oben angekommen treffen wir auf eine ebenso freundliche wie abgebrühte Empfangsdame, die unseren Fragen mit ausgesuchter Höflichkeit ausweicht. Ich kann noch einen Blick auf das Bild des Head of Department, C. Webb, werfen, bevor sie uns hinaus komplimentiert.

Beschattung

Am nächsten Morgen setzen wir die Überwachung des Lagerhauses fort, und tatsächlich parkt am späten Vormittag ein zerbeulter Lieferwagen vor dem Eingang. Ein mutmaßlich asiatischer Mann steigt aus und trägt nacheinander zwei Metallfässer zum Wagen. Irgendetwas an dem Mann ist seltsam, sein Gang wirkt schlingernd, als sei diese Art der Fortbewegung für ihn ungewohnt.
Wir folgen dem LKW bis zu einem unscheinbaren Haus mitten in China Town. Dort sehen wir, dass auch noch ein zweiter Mann in dem Wagen sitzt, auch an seiner Erscheinung stört etwas. Die Beiden verschwinden mit den Fässern hinter einer Tür, kehren aber nach kurzer Zeit wieder zurück und fahren fort.

Das Haus in China Town

Ohne lange zu zögern untersuchen wir die Tür und stellen zu unserer Überraschung fest, dass sie weder über Klinke noch Schloss verfügt und einfach aufgedrückt werden kann. Dahinter erstreckt sich ein Korridor, an dessen Ende sich eine weitere, diesmal mit goldenen Intarsien verzierte Tür befindet. Auch sie ist unverschlossen und führt in einen Innenhof, der eine große Buddha-Statue beherbergt und wie ein Schrein wirken soll. Tatsächlich dient die Statue aber nur als Tarnung für einen Geheimgang. Da es keinen weiteren Ausgang gibt, aber von den beiden Fässern, die die Männer hier reingebracht haben, jede Spur fehlt, untersuchen wir die Statue genauer. Sie kann verschoben werden, darunter führt eine Leiter hinab in die Dunkelheit, aus der uns ein penetranter Fischgeruch entgegenschlägt. Wir zücken Taschenlampen und Waffen und machen uns an den Abstieg ins Ungewisse.

Der Keller

Unten angekommen folgen wir einem Gang bis zu einer T-Kreuzung, links sehen wir Stufen, die weiter hinab führen. Der Fischgestank scheint von dort zu kommen und raubt uns schier den Atem. Ich wende mich zunächst nach rechts und gelange kurz darauf an einen Gang, der nach links führt und vor einer Holztür endet. Weiter geradeaus macht der Gang eine Biegung nach rechts, dort sehe ich Lichtschein und höre zwei Frauen, die sich – vermutlich auf Chinesisch – unterhalten. Ich bemühe mich, möglichst unentdeckt einen Blick in den Raum zu werfen, aber leider habe ich wohl doch ein Geräusch gemacht, denn das Gespräch verstummt plötzlich und eine der Frauen ruft etwas, vermutlich eine Frage. Bevor ich mich zurückziehe, kann ich noch einen kurzen Blick auf den Raum erhaschen.

Die Frauen in der Werkstatt

Es scheint eine Art Werkstatt zu sein mit Geräten, deren Funktion ich so schnell nicht ergründen kann. Eine der Frauen wirkt ebenso wie die beiden Männer sonderbar, an ihrer Haltung stört mich etwas, aber ich kann es nicht genau definieren.

Ich ziehe mich in den Gang zurück und untersuche nun die Holztür. Leider gibt diese ein hörbares Quietschen von sich, welches die beiden Frauen wieder alarmiert. Ich höre erneut einen fragenden Ruf und verharre.

Dann zerreißt ein ohrenbetäubender Knall die Stille und ich vernehme einige Sekunden nur noch einen schrillen Piepton in den Ohren. Als ich um die Ecke stürze, liegt am Boden eine Leiche, bzw. das, was ein Treffer mit einer Schrotflinte davon übrig lässt. In diesem Moment ertönt ein weiterer Knall, diesmal aus der Werkstatt. Fanny und Rose stehen noch an der T-Kreuzung und blicken ebenso überrascht wie ich. Ich stürze in die Werkstatt und sehe Henry mit gezückter Schrotflinte, vor ihm die Leiche der zweiten Frau.

Ich setze dazu an, etwas zu sagen, aber sein leichenblasses Gesicht hält mich davon ab. Er berichtet, dass die erste Frau, die um die Ecke gekommen sei, nur noch entfernt menschlich ausgesehen habe. Ihr Gesicht sei von deutlich hervortretenden Adern durchzogen gewesen, ihre Haut bläulich und ihre Augen seien aus den Höhlen gequollen. Die zweite Frau sei jünger und noch normal gewesen, aber sie habe einen Zauberspruch gemurmelt, woraufhin er keine Wahl gehabt habe, als auch sie zu erschießen.

Vor einem Jahr hätte ich noch stark an Henrys geistiger Gesundheit gezweifelt, aber wir haben mittlerweile so viel erlebt, dass ich ihm sofort aufs Wort glaube.
Wir durchsuchen den Raum, Rose kommt nun auch dazu, während Fanny an der Treppe Wache hält. Überall liegen blaue Kristalle und blaues Pulver. Die beiden Frauen haben eine Art Räucherwerk daraus hergestellt, welches sie in ein sonderbares Behältnis abgefüllt haben, das aus einer Art Hartgummi besteht und vermutlich wasserdicht ist.

Wir finden:

  • 1. Zettel (chinesische Schrift?): Vermutlich Arbeitsanweisungen zur Produktion des Räucherwerks
  • Behälter aus Hartgummi: Wasserdichtes Transportbehältnis für das Räucherwerk
  • Pergament (lag im Behälter): Spanisch, Absender NWI, Peru
  • Blaue Kristalle: Daraus gewonnenes Pulver wird für das Räucherwerk verwendet
  • 2. Zettel: Adressliste von Metropolen, letzter Eintrag ist Mexico City, ist als einziger nicht abgehakt
  • 3. Zettel (gefunden bei einer der Frauen): „Pearl Beach 30.07.“
  • Große Box (vermutlich aus Blei): Aufdruck der NWI, aus einer Mine in South Dakota -> hier hatten mehrere Arbeiter unter der Strahlenkrankheit gelitten, ist radioaktives Material in der Box? Wir öffnen sie nicht.
  • kleine Metallfässchen wie die, die aus dem Lagerhaus abgeholt worden waren

In dem Raum hinter der Holztür befindet sich ein großes Waffen- und Drogendepot. Vermutlich dient dies zur Finanzierung der Aktivitäten in der Werkstatt.

Zugang zum Meer

Wir nehmen alle Dokumente, einen blauen Kristall sowie den Hartgummibehälter samt Inhalt mit und untersuchen als Letztes, wohin die Treppe führt. Der Fischgestank wird immer stärker, wir vernehmen ein leises Plätschern wie Wellen, die an den Strand spülen. Ein Durchgang nach links führt in einen Raum, der wohl als eine Art Gefängnis fungiert, zumindest legen die Eisenketten in der Wand diese Vermutung nahe. Wir setzen unseren Weg nach unten fort und gelangen tatsächlich ans Wasser. Es scheint eine recht große Höhle zu sein, ein Ausgang ist aber nicht auszumachen. Unter der Wasseroberfläche nehmen wir eine Bewegung wahr. Da wir genug Informationen zu haben glauben, entscheiden wir uns gegen eine weitere Untersuchung der Höhle und verlassen den Keller und das Haus.

Schlussfolgerungen

Die New World Inc. führt an verschiedenen Stellen Ausgrabungen durch, wir wissen sicher von den Minen in South Dakota und in der Nähe von Lima. In South Dakota hatte Martha bei den Arbeitern eine durch Radium verursachte Strahlenkrankheit diagnostiziert, dort scheinen also radioaktive Stoffe gewonnen zu werden. In Lima wurde der Inhalt der kleinen Metallfässchen ausgegraben, was mutmaßlich zu schweren Erdbeben geführt hat. Vermutlich handelt es sich dabei um die sonderbaren blauen Kristalle.

Beide Materialien werden (im Auftrag von Lang Fu?) in San Francisco von Chinesen, die auf sonderbare Weise deformiert sind (vielleicht weil sie den radioaktiven Stoffen oder den blauen Kristallen zu lange ausgesetzt waren), zu einem Räucherwerk verarbeitet, welches in wasserdichten Behältnissen rund um den Globus in Großstädten verteilt wird. Es fehlt nur noch die letzte Lieferung für Mexico City. Was genau damit erreicht werden soll und was der Sinn des Räucherwerks ist, haben wir noch nicht herausgefunden.

Im Hotel angekommen informieren wir anonym die Polizei über das Drogen- und Waffenlager, wechseln dann das Hotel und suchen uns einen neuen Taxifahrer.

Das nächste Ziel für den 30.07. scheint klar: Pearl Beach, welches sich ca. 30 km nördlich von San Francisco befindet.

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