Amidst the Ancient Trees

Sozusagen als Zwischenspiel während der großen Kampagne Die Bestie haben wir uns kurzerhand einem One-Shot für zwischendurch gewidmet. Es ist, wie auch schon Crimson Letters, was derzeit als Auftakt für Die Bestie herhält, ein Abenteuer aus dem neuen Cthulhu Regelwerk der 7. Edition namens Amidst the Ancient Trees. Dieses Abenteuer ist für Einsteiger gedacht und verhält sich einigermaßen geradlinig. Der nachfolgende Spielbericht fasst die Geschehnisse aus Sicht der Journalistin Audrey McCutchen zusammen.

Vorgeschichte

In der amerikanischen Kleinstadt Bennington fand eine Schießerei mit Ganoven statt. Die Banditen um den Anführer Harris hatten die sechzehnjährige Tochter des Industriellen Lucas Strong entführt. Nun soll eine große Suchaktion stattfinden, um Jane – hoffentlich lebendig – wiederzufinden. Schon allein die Teilnahme an der Suchaktion wird großzügig entlohnt, und der Finderlohn von 5.000 Dollar ist verlockend.

Alle Teilnehmer an der Suche werden von Sheriff Jenkins kurz instruiert. Es werden Vierergruppen gebildet, wir hätten eine Stunde Zeit bis zu der großen Versammlung um 12:00 Uhr mittags am Marktplatz.

Unser Team

Ich bilde mit drei weiteren Personen die Gruppe 1; Clifford, ein angeblicher Vertreter für Holzspielzeug, Roy Sawyer, ein vergesslicher Ex-FBI-Agent, Clifford Hollowman, ein gottesfürchtiges Landei, Joseph Porter, und ich, die ich als Journalistin eigentlich auf der Suche nach der großen Story bin, um Strong als kapitalistischen Umweltverschmutzer zu entlarven.

Vorbereitung

Unser Team nutzt die Vorbereitungszeit, um sich drei Trinkflaschen mit Wasser zu besorgen.

Im Wald

Jedem Team wird vom Ausgangspunkt der Schießerei aus eine Route zugewiesen. Da wir das Team Nummer 1 bilden, starten wir als erster Suchtrupp.
Ausgangspunkt ist der Schauplatz der Schießerei. Wir finden dort Blutlachen und Patronenhülsen unterschiedlichster Art. Von dort aus wandern wir unserer Route entsprechend Richtung Nordosten. Wir treffen auf eine Spur von abgeknickten Zweigen und Blutflecken, der wir stundenlang folgen.

Langsam realisieren wir, dass wir uns längere Zeit als nur einen halben Tag im Wald aufhalten müssen. Glücklicherweise begegnen uns Allister Lawson und sein Sohn George, die auf der Jagd sind. Sie geben uns etwas Proviant und berichten davon, dass ihnen ihr Jagdgenosse Brian Hall und dessen Sohn Arthur verloren gegangen seien. Außerdem sei auch eine Gruppe von Kunststudenten im Wald unterwegs. Der blässliche George leidet wohl unter Alpträumen im Wald.

Die Dämmerung bricht herein und wir übernachten ohne Zelt, ohne Schlafsäcke, ohne irgendeine Camping-Ausrüstung abgesehen von drei Trinkflaschen mit Wasser und dem kargen Proviant von Allister im Wald. Zum Glück ist Clifford Raucher, so dass wir uns wenigstens ein Feuer machen können.

Am nächsten Tag kreuzt ein Trampelpfad mit einer frische Blutspur unseren Weg. Wir folgen diesem, bis wir auf die Leiche vermutlich eines Kunststudenten treffen. Die Leiche weist diverse Stichverletzungen auf. Er hat nichts weiter bei sich, wir finden nur ein rostiges, blutiges Messer.

Wir folgen anschließend nicht dem Pfad des Künstlers zu dessen Ursprung, sondern weiter unserer ursprünglichen Spur. Gegen Mittag treffen wir auf einen Waldweg. Bald fährt ein Lastwagen heran, den wir zum Anhalten bewegen können. Der recht blasse Fahrer drückt sich seltsam emotionslos aus. Er behauptet, er sei Ingenieur und nehme an einer Grabung Bodenproben. Mitnehmen will er uns aber nicht mit zu seinem Bestimmungsort, auch verhindert er, dass wir einen Blick ins Innere des LKWs werfen.

Daher gehen wir weiter zu Fuß auf dem Waldweg dem Lastwagen hinterher, bis uns die Dämmerung einholt und wir wieder eine Nacht im Wald ohne Zelt etc. verbringen müssen. Nicht nur Hunger und Durst plagen uns inzwischen, Alpträumen schrecken drei von uns aus ihrem Schlaf. Wir hoffen, dass wir bald bei der Ausgrabung Vorräte besorgen können.

Am nächsten Tag wird plötzlich auf uns geschossen. Wir stellen den bereits verletzten und ziemlich verwirrten Angreifer, er entpuppt sich als einer der Entführer. Er habe gestern auf jemanden geschossen, und der sei einfach weiter gelaufen, wie er berichtet. Die Tochter von Strong sei unversehrt mit Harris in einer Blockhütte im wald.

Zwei von uns versuchen, seine starken Wunden zu versorgen, leider verstirbt er bei unseren Bemühungen.

Ausgehungert folgen wir weiter dem Waldweg bis zu einer Kreuzung, auf der trotz der Sommerzeit abgefallene Blätter liegen. Der Weg nach links wird offensichtlich häufig, der nach rechts selten benutzt. Wir entscheiden uns also für den Weg nach links. Von dem Weg nach rechts hatte wohl Joseph geträumt. Nichts Gutes, so lässt er verlauten.

Nach einer Weile endet der Weg an einem Gatter, an dem ein Mann lehnt, der genauso seltsam unbetont wie der Lastwagenfahrer redet. Wir können ihn trotz anfänglicher Skepsis überreden, uns hereinzulassen, damit wir unseren Hunger und Durst stillen können. Er überquert mit uns die Grabungsstelle, eine Lichtung von 50 qm. Wir sehen eine Grube, über der ein Flaschenzug hängt, einige Hütten, einen Teil eines Sees und erkennen den Lastwagen wieder. Drei weitere Arbeiter halten sich auf dem offenen Gelände auf. Vor einer Blockhütte mit vernagelten Fensterläden begrüßt uns der Vorarbeiter Mr. White. Dieser versucht, uns in ebendieser dunklen Hütte auf unser Essen warten zu lassen, das er uns dort kredenzen lassen will, wir sind aber misstrauisch. Zu Recht; wir hören leises Wimmern aus dem hinteren Teil der Hütte.

Ein Kampf entbrennt. Die drei Bauarbeiter greifen an, Roy erledigt sie allesamt mit glücklichen Schüssen, dreht dann aber durch, als er vermeintlich irgendwelche metallenen Dornen an ihren Bäuchen entdeckt. Clifford erledigt den Vorarbeiter. Roy findet, von einigen beruhigenden Sätzen seiner Mitstreiter wieder einigermaßen in Form gebracht, den fünften Arbeiter, den Fahrer des Lasters, und erledigt auch ihn.

Wir können dank der Schlüssel, die wir bei den Arbeitern gefunden haben, sowohl den Lastwagen in Betrieb nehmen, als auch die Geiseln, die in der Hütte gefangen gehalten werden, befreien. Es handelt sich um die Tochter von Herrn Strong und den verlorenen Jäger Brian Hall und dessen Sohn Arthur. Ich schaue in die Grube und sehe unten einen riesigen, blau leuchtenden Kristall. Seltsam! Rundherum nehme ich Bodenproben und sammle in den Hütten alle Papiere, die ich zwecks Beweissicherung finden kann, ein. Wir hieven die Ladung des Lasters, Sprengstoff, Richtung Grube, steigen mitsamt Geiseln auf, zünden die Lunte an, und dann sieht man von uns nur noch die Staubspur des Lasters.

Bald hören wir eine gewaltige Explosion, an uns fliegen kleinere Gesteinsbrocken vorbei. Ein schauriger Schrei erklingt. Ein seltsames blaues Leuchten erfüllt den Himmel und verebbt…


Geschrieben von Pea.

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