Rezension: Cthulhu Through The Ages

Cthulhu Through the AgesBereits in 2014 wurde bei Chaosium flankierend zu der 7. Edition des Regelwerks Cthulhu Through The Ages angeboten, zunächst nur als PDF-Version. Vor Kurzem ist das Werk auch als Druckausgabe erschienen. Zielsetzung dieses Bandes ist die Anpassung der jeweiligen Settingeigenschaften aus dem (bereits bestehenden) Chaosium-Portfolio an die neue Regelversion 7E zu erleichtern. Dies betrifft sowohl die Charaktererschaffung, als auch spezifische Kampfregeln und diverse andere Bereiche wie setting-bezogene Monster, Aufhänger für Abenteuer oder Organisationen für Investigatoren.

Das PDF erscheint mit 87 Seiten zunächst relativ ausführlich zu sein, immerhin werden sieben verschiedene Settings beleuchtet:

  • Cthulhu Invictus
  • Cthulhu Dark Ages
  • Mythic Iceland
  • Gaslight
  • Dreamlands
  • Cthulhu Icarus
  • Cthulhu End Times

Hinzu kommen noch die bereits erwähnten Kampfregeln sowie Charakterbögen für alle Szenarien. Abzüglich verschiedener, vollformatiger Zwischenbilder, bleibt damit netto der (etwas überschaubare) folgende Inhalt übrig.

Cthulhu InvictusCthulhu Invictus (6,5 Seiten)

Dieses Setting spielt im Rom der Antike. Zusätzlich zu den normalen Regeln der Charaktererschaffung wird jedem Investigator ein böses Omen mit auf den Weg gegeben, um dem in dieser Zeit vorhandenen Aberglauben Rechnung zu tragen. Beispiele hierfür sind +5 KO aufgrund von Tieropfern bei der Geburt oder -10 auf Glück, da zu dieser Zeit ein Tempel niedergebrannt ist.

Anschließend folgt eine Auswahl an typischen Berufen, wobei Finanzkraft in dieser Epoche durch Status ersetzt wird. Danach folgt eine Auflistung von Unterschieden bei den Fertigkeiten in Bezug auf das Standardregelwerk. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einem sehr kurzen Abschnitt über Organisationen, der Präsenz des Mythos in dieser Zeit und möglichen Abenteueraufhängern.

Cthulhu Dark AgesCthulhu Dark Ages (6,5 Seiten)

Analog zu dem Kapitel über Invictus folgt auch dieser Teil dem gleichen Aufbau. Das böse Omen wird hier ersetzt durch ein Lebensereignis, hat aber im Wesentlichen ähnliche Auswirkungen.

Mythic IcelandMythic Iceland (7 Seiten)

In diesem Kapitel wird etwas mehr Inhalt auf das Setting als solches verwendet. Dieses spielt im Jahr 930 im hohen Norden und ewigen Eis. Erklärt werden bspw. das Sozialgefüge oder das verwendete Geldsystem. Auch der Mythosaspekt erhält etwas mehr Raum. Abgeschlossen wird das Kapitel zudem mit einer Auswahl an besonderen Monstern für dieses Setting.

Kampfregeln (3 Seiten)

Behandelt werden vorwiegend Regeln für das Tragen von Rüstung und Schilden.

GaslightGaslight (4 Seiten)

Im Wesentlichen wie bei den anderen Kapiteln, mit der Ergänzung des in diesem Setting wichtigen sozialen Standes und Status.

DreamlandsDreamlands (4 Seiten + Karte)

Zu Beginn werden die beiden Traumlandfertigkeiten Träumen und Wissen um die Traumlande in die 7E überführt. Neben einer Landkarte findet sich noch eine kleine Auswahl an Monstern.

Cthulhu IcarusCthulhu Icarus (8 Seiten)

Icarus skizziert ein sogenanntes Micro-Setting. Schwerpunkt ist die erste bemannte Raummission außerhalb unseres Sonnensystems. Der Film Alien (und weniger dessen zweiter Teil) kommt hier einem sofort in den Sinn. Ein großer Teil dieses Kapitels wird auf die Beschreibung des für den Namen verantwortlichen Raumschiffes Icarus verwendet.

Cthulhu End Times - The ReapingCthulhu End Times (5 Seiten)

Der Untertitel dieses Settings lautet The Reaping und ist wohl auch Programm. Was wäre, wenn die Sterne richtig stehen und die Großen Alten tatsächlich erwachen? Im Wesentlichen spielt man hier die Überlebenden dieses unschönen Ereignisses in einer Mischung, die man sich aus vielen Endzeit-Werken zusammen sammeln kann. Das Kapitel reißt mehrere Möglichkeiten hierzu kurz an.

Fazit

Für knappe fünf Euro (Rabattaktion) ist das PDF mal so gerade “okay”. Cthulhu Through The Ages soll regulär $14.95 kosten, sowohl für Print- als auch für die PDF-Version.

Ich kannte die meisten Settings (außer Traumlande und Gaslicht) nicht wirklich, daher war für mich der gebotene neue Informationsgehalt immerhin mehr als Null. Invictus und Dark Ages bleiben sehr blass, bei Iceland blitzt kurz so etwas wie Begeisterung für das eigene Setting und dessen Möglichkeiten auf. Gaslight und Dreamlands hüllen sich in dezentes “da gibt es doch schon dicke Quellenbände” Schweigen und mit Icarus wissen sie vermutlich selbst nicht so genau, wohin die Reise im Raumschiff geht. Wäre da noch End Times, welches ich eigentlich richtig spannend finde und was auch auf den extrem wenigen Seiten durchaus Appetit macht.

Als Teaser sich den verschiedenen Settings zu widmen eignet sich Through The Ages leider nur bedingt, bzw. erfordert viel eigene Motivation. Das ist schade, wäre es doch ein geeigneter Rahmen gewesen, die verschiedenen Epochen zu bewerben. Für Hilfe zur Adaption an die 7E wird man durchaus fündig, allerdings hätte ich das als selbstverständliche Informationen seitens des Verlages erwartet, will man doch seine Spielerbasis auch in der 7E in verschiedenen Settings spielen lassen.

Also insgesamt eher ein schaler Geschmack, den Chaosium dort für seine neue 7E-Linie auf den Weg gebracht hat.

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