Tempus Fugit #02

Die Geschehnisse in und rund um Pretnow haben den Investigatoren bereits stark zugesetzt. Nicht nur die eigene Vergangenheit, sondern auch die Reaktionen der Dorfbewohner schüren bei allen erhebliche Zweifel und Unsicherheit. Nachdem die Erkundungen beim letzten Mal auch noch Schreckliches zu Tage gefördert haben, musste sich die Gruppe zunächst bis zum Abend ausruhen. Das Tagebuch von Dr. Emilie Schlüter erzählt im Folgenden von dem weiteren Verlauf, das Rätsel um die verlorene Zeit zu lüften.

Liebes Tagebuch,

nach einem nachmittäglichen Nickerchen in der Pension sind Schnittwunden an meinen Händen zu sehen, obwohl Robert behauptet hatte, dass dort nichts sei. Ich wusste es doch! Robert fühlt sich heute unpässlich, dafür steht unser “alter Kamerad” Emil Kleineder uns nun zur Seite.

Alfons zeigt uns das Diebesgut die Beweismittel, die er aus der Kirche mitgenommen hat. Da ich mir gestern so viel Wissen um seltsame Dinge angeeignet habe, bin ich gleich darauf gekommen, dass das Leuchten aus dem Behälter von einer Larve der Farbe aus dem All erzeugt wird. Diese hat der Pastor aus dem Körper einer Jugendlichen entfernt.

Wir entwickeln die Theorie, dass sich die Rasse der Yith mit ihrem Kult auf der Erde mit der Farbe aus dem All bekämpft.

Nach dem gemeinsamen Abendessen beschließen wir, noch heute August Dierke (der Mann, der auf der Visitenkarte als “unter Beobachtung” erwähnt wurde) aufzusuchen. Dieser leitet das kleine Bernsteinmuseum Pretnows.

Nach dem mehr als kühlen Empfang lässt er sich zu einer Kooperation überreden, wenn wir ihm Beweismittel bringen können. Er und sein Freund Herr Arndt versuchen schon länger, die Hehler- und Schmugglerbande um Herrn Waldheim zu überführen. Wenn wir helfen würden, wären wir willkommen.
Zum Glück haben wir mit Hedwig eine professionelle Fotografin bei uns.

Herr Dierke zeigt uns zwei Schriftstücke, die mit den Geschehnissen in Zusammenhang stehen können. Die Ausgrabung des Herrn Waldheims findet genau an der Stelle statt, an der die Burg der Appelderns einst stand und irgendwann von der Inquisition abgefackelt wurde. Das andere Schriftstück handelt vom Lichtwunder von 1731, in der über eine gleißende Lichtsäule und das anschließende Fischsterben berichtet wird. Die beiden Parteien sollen sich ja immerhin seit 500 Millionen Jahren bekriegen. Die Auseinandersetzung zieht sich also. Vermuten wir.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zur Ausgrabung, da einige von uns zu viel Angst hatten, nachts zu gehen. Das Auto können wir nicht nehmen, da der Tank fast leer ist und hier im ganzen Umkreis derzeit kein Tropen Benzin zu bekommen ist. Hedwig erzählt uns auf dem Weg von ihrem gruseligen Traum, wie sie mit einer Klaue statt einer Hand in einem fremdartigen riesigen Raum seltsame Schriftzeichen niederschreibt…

Auch auf der Ausgrabungsstätte erwartet uns ein Alptraum. Die einst schwer bewachte Anlage gleicht einem Leichenhaus, überall liegen graue Leichen von Erwachsenen und Jugendlichen herum. Eine riesige verdorrte Schneise zieht sich durch den Wald, mitten über das Ausgrabungsgelände. Auch das Holz ist verdorrt. Emil findet in einem Zelt eine Liste von Terminen mit dem Pastor, außerdem eine Skizze mit fremdartigen Symbolen und die Zeichnung einer Kugel mit einer Einbuchtung. Die meisten Ausweispapiere sind verdorben, aber die von den Herren Horst Binder (Student), Dennis Winslow, Lun Chen und einem Fritz Raumann sind noch lesbar.

In der Mitte der Ausgrabung ist ein vier Meter tiefes Loch, in dem steinernen Stufen weiter nach unten führen. Mittels einer klapprigen Leiter steigen wir nach unten.

Alfons und ich wagen uns weiter die Steintreppen nach unten, während Hedwig und Emil unten im Ausgrabungsloch Wache stehen wollen. Hedwig besinnt sich dann doch noch eines besseren und steht überirdisch Schmiere.

Mit meiner Taschenlampe, der Einzigen, die wir haben, wohlgemerkt, erkunden Alfons und ich einen Raum nach dem anderen. Der Sand rieselt schon von der Decke… Alfons findet einen lange verstorbenen Inquisitor und Fußspuren im Staub. Diese führen zu einem grauen Wesen in einem Brunnenschacht. Heldenhaft kann sich Alfons aber aus dessen Klammergriff befreien und ihm den Garaus machen. Und wir erkunden noch einen Raum… und noch einen Raum…

Im letzten zugänglichen Raum finden wir eine Truhe mit Bernstein und Silber, außerdem eine Kugel mit Einbuchtung aus einem schwarzen Metall, in ein Laken eingehüllt. Wir nehmen alles, was in meinen Rucksack passt mit und machen uns auf den Rückweg. In der Zwischenzeit werden Hedwig und Emil von einer Jugendlichen mit Messer angegriffen, sind aber im Handgemenge so geschickt, dass nicht sie ins Loch herunterfallen, sondern das Mädchen. Alfons und ich stoßen dazu, wir schnappen uns noch zwei halbvolle Benzinkanister und nehmen dann die Beine in die Hand, nichts wie weg!


Geschrieben von Pea.

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