Disharmonie #01

Die Ereignisse nach dem Aufenthalt in Suite 608 waren für einige Charaktere mit höchst unangenehmen Konsequenzen verbunden. Nach einer kurzen Phase der Ruhe werden sie jedoch erneut in turbulente Nachforschungen verwickelt. Die Tagebuchaufzeichnungen von Clara legen darüber nachfolgend Zeugnis ab.

Alles beginnt wieder einmal mit einem Brief.

Heinrich erhält Post von einem gewissen Herrn Hansen und bittet uns um unsere Mithilfe, den darin enthaltenen Auftrag zu erfüllen. Wir sollen einen nicht näher bezeichneten Gegenstand beschaffen, ansonsten ist dieser mysteriösen Nachricht ein Zeitungsartikel beigefügt: Ein Herr Dr. Balling aus der Weißgerberstraße in Nürnberg ist Opfer eines schrecklichen Verbrechens geworden.

Wir machen uns auf die Reise und schlagen auch gleich nach unser Ankunft in Nürnberg bei der Vermieterin Herrn Ballings auf; Frau Dößel wohnt im 3. Stock eines respektablen Mehrfamilienhauses und entpuppt sich als eine herzliche und hilfsbereite Frau. Das Zimmer ihres (ehemaligen) Untermieters kann sie uns allerdings nicht zeigen, da die Polizei dieses mit einem Siegel versehen hat. Dafür erzählt sie uns, dass Balling, ein leidenschaftlicher Sammler von Musikinstrumenten, kurz vor seinem Tod eine Spieluhr erworben habe. Nachdem er sie abspielte erklang eine schaurige Melodie. Dann sei ein schrecklicher Radau aus seinem Zimmer zu hören gewesen, Schreie. Daraufhin hat sie Balling in seinem nun seltsam übelriechenden Zimmer tot aufgefunden. Das Fenster ist nach innen zersplittert und nun mit Holz verriegelt, einzig der Schreibtisch mit der Spieluhr darauf ist in diesem Zimmer nicht zerplittert und zerborsten.

Auf gut Glück besuchen wir alle Antiquitäten- und Musikgeschäfte der Stadt. Tatsächlich finden Lissy und Heinrich auf Anhieb den Händler Herrn Ortwein, der Balling und drei weiteren Personen je eine Spieluhr verkaufte, die er von einem neuen Geschäftskontakt erhalten habe. Die 5. Spieluhr sei bei einem Einbruch – als einziges Stück des Ladens – entwendet worden. Herr Ortwein verrät Heinrich indiskreterweise sogar die Namen der anderen Käufer: Herr Scharnagel, Herr Gößwein und Herr Kreitmeier.

Am nächsten Morgen müssen wir in der Zeitung lesen, dass Eva Wallmer, die Verlobte eines Herrn Gößwein, durch ein Massaker umgekommen ist.

In der Musikschule, dem Arbeitsplatz Dr. Ballings, erfahren wir, dass Pfarrer Kreitmeier ein sehr guter Freund Ballings war. Nach langen Diskussionen um unser weiteres Vorgehen suchen wir erst ihn und anschließend Herrn Scharnagel, Restaurator im Museum, auf.  Beide sind weitere Käufer der Spieluhren und wirken, für einige von uns überraschend, unverdächtig. Wir können sie aber leider nicht überzeugen, uns die Spieluhren auszuhändigen, sie wollen sich aber wenigstens mit dem Abspielen der Uhren erst einmal zurückhalten.

Während aller Besuche begegnen uns diverse Straßenmusikanten, die uns zwar verdächtig vorkommen, denen wir aber nichts konkretes vorwerfen können. Auch ein Gespräch Amandas mit einem der Zigeunergeiger ergibt keine weiteren Hinweise.

Apropos Hinweise: Auf den Spieluhren stehen die Initialien HPL, die Recherche Heinrichs ergibt, dass diese für den Namen Hans Peter Lepzelter stehen, der ein Schüler eines bekannten Nürnberger Uhrmachers war. Lepzelter wurde 1526 ermordet, da er “schwarzmagische Dinge” betrieben haben soll. In seinem Besitz wurden die “Cantatio Iestis” gefunden, die schlußendlich mit Lepzelters anderen Manuskripten in den Besitz der Stadt gingen. Heinrichs überaus erfolgreicher Tag setzt sich fort. Er findet auch noch weitere Manuskripte und Notenblätter Lepzelters, aus denen hervorgeht, dass mittels des “Gesangs von Yste” Azathoth, der Sultan aller Dämonen und Teufel, gerufen werden könne. Man bräuchte einen sechsstimmigen Gesang, um ihn zu rufen.

Wir fragen uns, ob es noch eine sechste Spieldose gibt und gönnen uns eine kurze Recherchepause.


Geschrieben von Pea.

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