Weiße Spuren #02

Nachdem die Abenteurer mit der Darlena Grönlands größte Siedlung Godthab erreicht haben, begeben sich Mathieson und Ethelrod in Begleitung von Amanda zum örtlichen Vertreter der Dänischen Regierung. Der Professor will hier die Formalitäten für eine Expedition ins Landesinnere klären. Amanda macht sich währenddessen auf einen kleinen Erkundungsspaziergang. Die restliche Gruppe bleibt an Bord des Schiffes und versucht die verbleibenden Abschriften der großen Wand zu übersetzen.

Zunächst findet Amanda den wohl einzigen Kaufmannsladen in Godthab, dessen Besitzer Oleg ihr den Tipp gibt, sich einmal die Wikingerausgrabung kurz hinter der Stadt anzusehen, immerhin ist sie ja Mitglied einer wissenschaftlichen Expition. Daher sucht sie im Anschluss den Dorfschullehrer und Hobbyarchäologen Niels Petersen auf und vereinbart am späten Nachmittag eine Besichtigung der Ausgrabung.

Zusammen mit ihren Gefährten und Terrence Bhule besucht die Gruppe am Nachmittag die Ausgrabung. Niels scheint hier seinem Hobby sehr akribisch nachgekommen zu sein. Er zeigt ihnen zwei Runentafeln, die die Sage um Erik den Roten beinhalten. Man verabredet sich für den nächsten Tag um Niels bei seiner Ausgrabung zu helfen.

Am nächsten Tag verbringen die Abenteurer zusammen mit Bhule ihre Zeit auf der Ausgrabungsstelle. Sie finden neben einem Stuhl und einem Websstuhl tatsächlich einen weiteren Teil der Sage. Überglücklich nimmt sie Niels mit zu einem Gesangsduell der Eskimos. Dort lernen sie von einer bei den Eskimos üblichen Beleidigung: orangefarbenen Haaren. Am Rande des Duells bemerkt Fridrich einen Schamanen, der etwas abseits steht. Schnell wird klar, dass eine Befragung vielleicht hilfreich sein könnte, jedoch nur unter Einsatz von auf Grönland verbotenem Alkohol zu bewerkstelligen sein wird.

Am Abend begeben sich die Charaktere zusammen mit Bhule zum Schamanen. Nach dem Genuss einer Flasche Branntweins erläutert dieser die Ursprünge der seltsam anmutenden Beleidigung und erwähnt eine Zivilisation, die bereits in Grönland lebte, lange bevor der erste Mensch seinen Fuß auf das Land setzte. Dank einer Engebung von Friedrich sorgen die Abenteurer dafür, das der sturzbetrunkene Schamane zu seinem Schlaf findet und nicht durch seinen unkontrollierten Rausch die Behörden alarmiert.

Parallel zum Besuch beim Schamanen verbringt Clara Zeit mit Professor Mathieson und Doktor Ethelrod an Bord der Darlena. Mittels ihrer Kenntnisse in Psychologie kommt sie zu dem Schluss, dass die beiden über weitaus mehr Informationen über die Expedition verfügen, als sie öffnetlich zugeben. Unter vier Augen überzeugt Clara Mathieson davon, dass auch sie über gewisse Erkenntnisse jenseits der normalen Wissenschaften verfügt. Daraufhin übergibt er ihr eine altes Buch namens Eltdown Shards. Clara erkennt sofort, dass es sich um ein Mythosbuch handelt. Noch am Abend beginnt sie mit der Lektüre des Werkes, das insgesamt drei Zaubersprüche beinhaltet.

Am nächsten Tag absolvieren alle Expeditionsteilnehmer einen Kletterkurs zur Vorbereitung auf die kommende Reise. Nach einer letzten Nacht auf dem Schiff bricht die auf 12 Teilnehmer zusammengeschrumpfte Gruppe auf in Richtung Inland. Nach wenigen Stunden haben sie Godthab und die Reste der Zivilisation hinter sich gelassen und kämpfen sich nunmehr durch die unwirtliche Landschaft Grönlands.

Am zweiten Tag der Reise verlangt eine erste größere Kletterprobe bereits einiges von den wenig erprobten Abenteurern ab. Amanda stürzt dabei aus einigen Metern ab und kann sich durch Glück einer ernsten Verletzung entziehen. Ethelrod nimmt diesen Vorfall zum Anlass, die Sicherungsmaßnahmen durch die französischen Bergführer zu verbessern. Oben auf der Anhöhe angekommen, entdecken die Charaktere Fussspuren von vier Menschen, die offenbar kürzlich erst hier entlang kamen. Am darauf folgenden Tag wird die Gruppe den Verursachern dieser Spuren gewahr, die anscheinend die Reisenden beobachten. Nachdem sie entdeckt wurden, ziehen sich die Fremden zurück. Am vierten Tag muss die Expedition erneut eine Steilwand erklimmen. Trotz der über 40m gelingt dies allen Teilnehmern. Oben angelangt werden Spuren eines fremartigen Tieres entdeckt.

In der Nacht zieht unvermittelt ein Sturm auf und die Gruppe vernimmt einen merkwürdigen Singsang über das Heulen des Windes hinweg. Während man noch unsicher ist, wie weiter vorzugehen ist, erklingt aus der Ferne auf einmal ein Schrei gefolgt von einem bedrohlichen urtümlichen Geheul. Plötzlich sackt die Temperatur um etwa 20 Grad ab und ein schreckenerregendes Wesen auf sechs Beinen größer als ein Eisbär tritt in den schwachen Schein der Campbeleuchtung. Dieser Anblick erschüttert insbesondere Heinrich und Amanda zutiefst und auch einige der anderen Expeditionsteilnehmer flüchten sich vor diesem unheiligen Ding, bei dem es sich nur um das vormals erwähnte Gnoph-Keh handeln kann. Noch bevor das Wesen zum Angriff übergehen kann, gibt Friedrich einen verzweifelten Schuss aus seiner Pistole ab. Die Kugel trifft das Wesen am Kopf und mit einem langgezogenen Röcheln sackt es in sich zusammen und rührt sich nicht mehr. Jubel bricht aus und selbst Ethelrod spricht Friedrich seine Anerkennung aus. Auf Initiative von Clara verfolgen Amanda, Lissy und zwei weitere Teilnehmer die Spuren dieses Wesens. Nach kurzer Suche stoßen sie auf die zermalmten Überreste von vier Gestalten, auf die die Beschreibung der einstigen Hyperboräer passt. Offenbar sind sie bei der Anrufung des Wesens getötet worden. Der Schamane der Gruppe trägt seltsam geschmückte Kleidung mit Unterwassermotiven.

Am fünften Tag der Reise erreichen die Abenteurer schließlich das vermutete Tal zwischen hohen Gebirgsrücken. Schnell stellt sich heraus, dass ein meterhoher Eispanzer das Tal bedeckt. Schwach sind unter den Füßen der Gruppe dunkle Schatten von Bauwerken zu sehen. Während an dieser Stelle kein Weiterkommen möglich zu sein scheint, entdeckt man am gegenüberliegenden Ende des Tals ein würfelförmiges Gebäude aus Stein. Bei näherer Erkundung vermutet man den Tempel von Tsathoggua gefunden zu haben. Das Innere des Tempels ist bis auf einen Altar und eine davor befindliche große Urne leer. Während man noch etwas unschlüssig vor dem Eingang campiert, betritt Charles Granger den Tempel. Sofort wälzt sich aus der Urne eine amorphe Masse von Tentakeln und innerhalb von Sekunden wird der arme Wissenschaftler entzweigerissen und von dem Wesen in die Urne gezogen. Ein blasphemischer Schrecken entsetzt die Gruppe und Ethelrod befiehlt den Rückzug. Clara, Amanda, Lissy, Friedrich und Bhule wollen jedoch noch nicht aufgeben. Clara versucht ein Ritual aus den Eltdown Shards zu wirken um Kontakt zu diesem Ding in der Urne herzustellen. Trotz mehrfacher schicksalhafter Wiederholungen des Spruchs scheitert Clara schließlich kritisch und erbleicht sichtlich erschrocken von dem, was die unheiligen Mächte ihr soeben offenbart haben.

So kurz vor dem Ziel geschlagen begeben sich die verbliebenden Abenteurer auf den langen, schweigsamen Rückweg nach Godthab, wohl wissend das Commorium wie auch der Tempel des Tsathoggua ihre Geheimnisse vor ihnen bewahrt haben.

2 Gedanken zu „Weiße Spuren #02“

  1. Im Nachhinein hatte ich jedoch das Gefühl, das der geschichtliche Umfang etwas magerer war, als zB die Story in Peru. Ich weiß nicht, ob wir einfach zu wenig geforscht haben, aber ich war am Ende auch enttäuscht, wieviel wir ausgelassen haben/hätten noch machen können. (Das könnte sich jetzt mit unserem Wunsch nach weniger Linearität beissen…) Vielleicht müssen wir uns noch daran gewöhnen, alles von allein serviert zu bekommen =)
    Fand ich schade, da die Story echt klasse war, hätte sie gerne weitergespielt. Vielleicht brauchen wir ab und an doch einen Schubser? 🙁
    Dazu die Sache mit den Bergsteigern, die wir ja besprochen haben. Glaube, die meisten waren schockiert, das “Profi-Bergsteiger” eine ~relativ große Chance haben, beim Bergsteigen zu failen.

    Dessen ungeachtet fand ich vorallem Schauplatz fand ich ziemlich cool. Hab echt gefrohren am Tisch. (Und es kamen mir einige Horrorfilme in den Sinn).
    WÜrde gerne noch ein Abenteuer in der Kälte spielen! Hab gehört Cthulhu wurde in der Arktis gesichtet… (Cthulhu macrofasciculumque 😉

  2. Eher in der Antarktis, aber diese spezielle Kampagne ist noch mal ein ganz anderes Kaliber als Weiße Spuren. Wie bereits in der Rezension geschrieben: Gerade das Ende hinterlässt eher Fragen, als Antworten. Oder anders gesagt, ein tieferes Eintauchen in die Story ist nicht vorgesehen. Leider. Und das trifft auf rech viele Cthulhu-Abenteuer zu.

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